Danke, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Am Ende eines Jahres ist es gute Tradition, dass man ein paar Worte verliert, welche geneigte Leser dann hoffentlich im Wust der Wünsche und salbungsvollen Reden finden. Ich gebe mir Mühe.

Das letzte Jahr war anspruchsvoll, interessant und arbeitsreich. Aber wir haben im Ortsbeirat alle Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Und bei manchen Themen, die uns schon länger beschäftigen, sind wir ein gutes Stück weiter gekommen.

Schwerpunkte waren ein Konzept zu verkehrsregelnden Maßnahmen, die Toilettensituation am Mehrgenerationenspielplatz, die weitere Renovierung der Grillhütte, Stellungnahmen zu Bebauungsplänen (Schulweg III und Jagdhütte) sowie das Vorantreiben des hydrodynamischen Gutachtens zur Kanalisation, also der Hochwasserschutz bei Starkregen.

Seit Beginn der Legislaturperiode hatte der Ortsbeirat Eisenbach 27 Sitzungen und liegt damit an der Spitze der Ortsbeiräte der Gemeinde Selters. Das ist kein Wettbewerb sondern mein persönliches Anliegen, möglichst zeitnah und aktuell zu kommunalpolitisch relevanten Themen zu informieren und reagieren zu können.

Eine durchgängige und konsistente Tempo-30-Regelung bei den innerörtlichen Straßen (nicht der Kreisstraßen, da haben wir keine direkte Handhabe) sowie eine Beschilderung zum Verbot von Fahrzeugen über 7,5 Tonnen im Ortsbereich (ausgenommen Busse, Müllabfuhr und Anlieferungen für Anlieger) wurde im Rahmen einer Anfrage der Gemeinde mit Bitte um Stellungnahme der Ortsbeiräte zu „Verkehrsregelnden Maßnahmen“ ebenfalls 2019 beschlossen und der Gemeinde zur Umsetzung empfohlen. Die Toiletten unterhalb der Festhalle am MGP sollen zum späten Frühjahr 2020 fertig renoviert sein. Die Außenrenovierung der Grillhütte wurde für den Beginn der Saison 2020 vorgesehen und wesentlich früher (siehe Beitrag unten) begonnen.

Der neu gepflasterte Vorplatz

Ich bedanke mich bei allen meinen Kollegen vom Ortsbeirat für die tolle und kollegiale Zusammenarbeit, bei der Gemeinde für die stets offenen Ohren und willfährige Unterstützung, wenn Zeit und Planwirtschaft es zugelassen haben, für viele gute Gespräche und den intensiven Austausch mit Euch, den Bürgern. Es hat mal wieder viel Spaß gemacht.

Ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass wir alle - ob als Privatmensch oder Politiker, ob in öffentlichen Debatten, in den sozialen Medien oder im täglichen Gespräch – wieder mehr Wert auf Inhalte, Form und Sprache legen und unser Augenmerk weniger auf Empörung, Effekthascherei und die Produktion von möglichst viel „Schaum vorm Mund“ richten. Wenn man 365 Tage im Jahr einen Puls von 200+ hat, wird man nämlich a) krank b) die Hysterie zur Gewohnheit und c) irgendwann unglaubwürdig, denn das hält ja keiner auf Dauer durch (siehe a). Lasst uns mal wieder ein bisschen entspannter miteinander reden und umgehen. Das tut allen gut.

Ich wünsche mir einen Erkenntnisprozess, dass wir die Herausforderungen der Energiewende, des nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutzes und der digitalen Industrialisierung nicht erfolgreich meistern werden, wenn wir uns neuen Technologien verschließen und stattdessen auf den althergebrachten Formen der Energiegewinnung und der (auch geistigen) Mobilität beharren, diese Einstellung wird uns mittelfristig viele Arbeitsplätze kosten. Denn dann hängen uns Nationen wie China, der südostasiatische Raum oder auch die USA früher oder später ab. Das kann nicht in unserem Interesse sein. Unsere zukunftsträchtigen Ressourcen sind technisches, wirtschaftspolitisches und - nicht zuletzt - soziales Know-how. Da müssen wir am Ball bleiben. Und, ja, es stimmt, wer unbekanntes Terrain beschreitet läuft Gefahr, auf dem Weg zum Ziel auch mal falsch abzubiegen, dieses Risiko müssen wir leider eingehen. Aber dann kriegen wir auch wieder die Kurve, dessen bin ich mir sicher. Ob Elektroantrieb, Wasserstoff oder Hybrid die Zukunft der automobilen Mobilität sind, können wir heute noch nicht abschließend beurteilen. Aber wir sollten auch nicht warten, bis alle anderen es wissen. Dann haben wir nämlich die Zukunft verpennt und machen uns abhängig von anderen Industrienationen anstatt selbst Motor der Innovation zu sein. Jeder liegt mal falsch, auch von manchen inzwischen verherrlichten und ehemals gekrönten Häuptern kann man das behaupten:

Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.

( Wilhelm II. )

So, das war jetzt etwas ausschweifend. Ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit, ein bisschen Ruhe und die Chance, mal durchzuatmen. Ein gutes neues Jahr wünsche ich auch - ist ja wohl selbstverständlich! Also bitte! Und außerdem wünsche ich mir, dass der FC St. Pauli mal wieder in ein Achtelfinale des DFB-Pokals kommt. (Aber das gehört nicht hierher).

Frohe Weihnachten!

Euer Ortsvorsteher

Lo Siegmund

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